Dermatology Volume 13 - Issue 12, August 2018

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Certolizumab Pegol bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis - EMA erteilt Zulassung

UCB hat bekanntgegeben, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Indikationserweiterung für Certolizumab Pegol genehmigt hat. Diese schließt nun erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis ein.i Mit dieser Zulassung ist Certolizumab Pegol das erste Fc-freie, PEGylierte Anti-TNF mit einer Behandlungsoption in dieser Indikation. Sie bildet den Einstieg von UCB in die Immundermatologie, bei der derzeit ein erheblicher unerfüllter Bedarf besteht.

Denn trotz der vielen verfügbaren Behandlungsoptionen erfahren viele Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis noch immer eine unzureichende Kontrolle der Krankheitssymptome und damit eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.
So sieht das auch Prof. Dr. med. Michael Sticherling, Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Hautklinik der Universitätsklinik Erlangen. „Diese Zulassung stellt Patienten und Ärzten ein Biologikum zur Verfügung, das zehn Jahre klinische Erfahrung bei zahlreichen entzündlichen Erkrankungen aufweist. Psoriasis-Patienten in Europa könnte Certolizumab Pegol somit eine dauerhafte Krankheitskontrolle ermöglichen.“

Die Zulassung der EMA basiert auf den Daten eines klinischen Phase-3-Programms, das die Studien CIMPASI-1, CIMPASI-2 und CIMPACT beinhaltet. Diese Studien bestätigten die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Certolizumab Pegol (CIMZIA®) bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis. Die klinischen Verbesserungen wurden bis Woche 48 aufrechterhalten2. In jeder der 3 Studien wurde unter Verwendung des Psoriasis Area and Severity Index (PASI 75) der Anteil der Patienten gemessen, bei denen mindestens 75% oder eine noch höhere Krankheitsverbesserung gegenüber der Baseline erzielt wurde. Ebenso wurde der Prozentsatz der Patienten betrachtet, die mindestens eine 2-Punkte-Verbesserung auf einer 5-Punkte-Skala des PGA (Physician’s Global Assessment) erreichten, bis zu einem endgültigen Wert, der eine vollständige oder fast vollständige Abheilung der Hautsymptome im Vergleich zu Plazebo repräsentierte.2

„Wir freuen uns sehr, Patienten und Ärzten eine neue Behandlungsmöglichkeit mit einer überzeugenden Wirksamkeit anbieten zu können, die mit zwei unterschiedlichen Dosierungen eine maximale Krankheitskontrolle ermöglichen sowie eine deutliche Verbesserung der Hautsymptome bewirken kann. Die EMA-Zulassung unterstreicht unser Engagement, Patienten wertvolle Therapieoptionen zur Verfügung zu stellen und damit deren Leben nachhaltig verbessern zu können.
So schaffen wir für Patienten einen bedeutsamen Unterschied”, meint Claus Weichel, Immunology Ecosystem Head Central Europe.

Laut aktualisierter Fachinformation beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Certolizumab Pegol für erwachsene Patienten mit Plaque-Psoriasis 400 mg in den Wochen 0, 2 und 4. Nach der Anfangsdosis von Certolizumab Pegol beträgt die Erhaltungsdosis für erwachsene Patienten mit Plaque-Psoriasis 200 mg alle zwei Wochen (Q2W). Bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen kann eine Dosis von 400 mg Q2W erwogen werden.1

Certolizumab Pegol ist außerdem für die Behandlung von Psoriasis Arthritis (PsA) zugelassen, eine häufige Komorbidität bei Plaque-Psoriasis.3,4

Über die Studien CIMPASI-1, CIMPASI-2 und CIMPACT2
In den Phase-3-Studien CIMPASI-1, CIMPASI-2 und CIMPACT wurden jeweils die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Certolizumab Pegol (CZP) bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis untersucht. In den drei Studien wurden etwa 1.000 Patienten ein-geschlossen, einschließlich Patienten mit und ohne vorheriger Behandlung mit Biologika.

Die CIMPASI-1 und CIMPASI-2 Studien zeigten, dass Patienten, die 200 mg CZP alle zwei Wochen (Q2W) und 400 mg CZP alle zwei Wochen (Q2W) erhielten, ein statistisch signifikantes Ansprechen im Vergleich zu Plazebo aufwiesen. Das zeigten die Responderraten für die Aufrechterhaltung eines PASI 75-Ansprechens und die vollständige oder fast vollständige Abheilung der Hautsymptome auf der PGA-Skala (PGA 0/1) bei gleichzeitiger Zwei-Punkte-Verbesserung bis Woche 16. Responderraten wurden mit beiden Dosierungen in Woche 48 beibehalten.

Die CIMPACT Studie zeigte ein statistisch signifikantes Ansprechen bei Patienten, die in Woche 12 PASI 75-Response hatten und 200 mg CZP (Q2W) (61,3%) bzw. 400 mg CZP (Q2W) (66,7%) erhielten, im Vergleich zu Plazebo (5,0%). Patienten, die 200 mg CZP (Q2W) erhielten und in der Woche 16 PASI 75-Response erzielten, behielten ihr Ansprechen bis Woche 48 mit 200 mg CZP (Q2W) bzw. 400 mg CZP (Q2W) bei.

Über Psoriasis
Psoriasis ist eine häufige, chronische, immunvermittelte entzündliche Erkrankung mit Symptomen, die sich hauptsächlich an der Haut zeigen. Männer und Frauen jedes Alters und jeder ethnischen Zugehörigkeit können davon betroffen sein. Patienten mit Psoriasis weisen einige oder alle der folgenden Symptome auf: rote, mit silbrigen Schuppen bedeckte Hautflecken, trockene, rissige Haut, die blutet oder sich verdicken kann, starkes Jucken und Tüpfel- oder Rippennägel.5

Psoriasis betrifft nahezu drei Prozent der Weltbevölkerung, das entspricht in etwa 125 Millionen Menschen weltweit5. Die Symptome unterscheiden sich von Person zu Person, aber für die Menschen, die schwerer betroffen sind, kann Psoriasis einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität haben5. 42% der Patienten mit Psoriasis werden außerdem eine Psoriasis Arthritis entwickeln6,7, 33% ein metabolisches Syndrom8 und etwa 46% der Patienten leiden oft oder immer unter Depressionen aufgrund ihrer Psoriasis.9 Trotz der Fortschritte in der Arzneimittelentwicklung im letzten Jahrzehnt, lassen Daten aus Patientenbefragungen vermuten, dass die mittelschwere bis schwere Psoriasis immer noch nicht ausreichend behandelt wird.10

Während der Schwangerschaft kann eine Psoriasis viele Herausforderungen mit sich bringen. 23% der Frauen erfahren eine Verschlechterung der Symptome während der Schwangerhaft.11 Mehrere Studien haben gezeigt, dass Psoriasis Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf haben kann. Darunter ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt, ein niedriges Geburtsgewicht oder eine Fehlgeburt. Zudem kann der Säugling zu groß sein gemessen am entsprechenden Reifealter bzw. ein höheres Geburtsgewicht haben gemessen am Durchschnittsgewicht.12,13,14
Darüber hinaus erfahren bis zu 65% der Frauen mit Psoriasis eine Verschlechterung der Symptome nach der Schwangerschaft.11 Eine Krankheitskontrolle vor, während und nach der Schwangerschaft ist für die Gesundheit von Mutter und Säugling von immenser Bedeutung.15

i Cimzia® Fachinformationen, Stand Juni 2018

 

Literatur

1 Cimzia® Fachinformationen, Stand Juni 2018
2 Gottlieb AB et al., Certolizumab Pegol for the Treatment of Chronic Plaque Psoriasis: Results through 48 Weeks from Two Phase 3, Multicenter, Randomized, Double-Blinded, Placebo-Controlled Studies (CIMPASI-1 and CIMPASI-2), Journal of the American Academy of Dermatology (2018), doi: 10.1016/j.jaad.2018.04.012.
3 Lebwohl M, et al., Certolizumab Pegol for the Treatment of Chronic Plaque Psoriasis: Results Through 48 Weeks of a Phase 3, Multicenter, Randomized, Double-Blinded, Etanercept- and Placebo-Controlled Study (CIMPACT), Journal of the American Academy of Dermatology (2018), doi: 10.1016/j.jaad.2018.04.013.
4 Oliveira Rocha B, et al. Psoriasis: classical and emerging comorbidities. An Bras Dermatol. 2015;90(1):9-20.
5 International Federation of Psoriasis Associations. Available at: https://ifpa-pso.com/our-cause// Last accessed 22 February 2018.
6 Mease PJ and Armstrong AW. Managing Patients with Psoriatic Disease: The Diagnosis and Pharmacologic Treatment of Psoriatic Arthritis in Patients with Psoriasis. Drugs. 2014;74(4):423-41.
7 Gladman DD, Antoni C, Mease P, et al. Psoriatic arthritis: epidemiology, clinical features, course, and outcome. Ann Rheum Dis. 2005;64 Suppl 2:ii14-7.
8 Danielsen K, Wilsgaard T, Olsen AO, et al. Elevated odds of metabolic syndrome in psoriasis: a populationbased study of age and sex differences*. British Journal of Dermatology. 2015;172:419-427.
9 Weiss SC, Kimball AB, Liewehr DJ, et al. Quantifying the harmful effect of psoriasis on health-related quality of life. J Am Acad Dermatol. 2002;47:512-518.
10 Lebwohl MG, Bachelez H, Barker J, et al. Patient perspectives in the management of psoriasis: results from the population-based Multinational Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis Survey. J Am Acad Dermatol. 2014;70(5):871-881.
11 Murase JE, Chan KK, Garite TJ, et al. Hormonal effect on psoriasis in pregnancy and post partum. Arch Dermatol. 2005;141(5):601-606.
12 Amiri N, et al. Pregnancy comorbibidities and outcomes in psoriasis and psoriatic arthritis: a prospective cohort study. Arthritis Rheum. 2016;68(suppl 10). Abstract 2443; p3219.
13 Bobotsis R, Gulliver WP, Monaghan K, et al. Psoriasis and adverse pregnancy outcomes: a systematic review of observational studies. Br J Dermatol. 2016;175(3):464-472.
14 Lima XT, Janakiraman V, Hughes MD, et al. The impact of psoriasis on pregnancy outcomes. J Invest Dermatol. 2012;132(1):85-91.
15 Porter ML, Lockwood SJ, Kimball AB. Update on biologic safety for patients with psoriasis during pregnancy. Int J Women’s Dermatol. 2017;3(1):21-25.