Dermatology News Volume 13 - Issue 4, February 2018

Taltz in der Praxis Back

Über ein Jahr Taltz® in der Praxis: stark wirksam – auch bei speziellen Lokalisationen

Patienten mit Plaque-Psoriasis leiden häufig besonders, wenn Körperstellen wie Kopfhaut und Nägel betroffen sind, die für das Umfeld gut erkennbar sind. Der IL-17A-Inhibitor Ixekizumab (Taltz®) zeigte in Studien eine gute und rasche Verbesserung des Hautbilds1, die sich im praktischen Einsatz bestätigt – auch bei diesen speziellen Lokalisationen.2,3
Etwa 50 Prozent der Psoriasis-Patienten weisen Nagelveränderungen auf3 und geschätzt 40 bis 90 Prozent leiden an einem Befall der Kopfhaut.4 Psoriatische Veränderungen an diesen Körperstellen lassen sich kaum kaschieren. Patienten mit Kopfhautbeteiligung setzt dies oft unter sozialen Stress, da sie sich Gedanken um die rieselnden Schuppen machen, die auf der Kleidung sichtbar sind. Nicht zuletzt im Beruf ist ein Händedruck meist unverzichtbar, jedoch für Betroffene mit einem Nagelbefall oft mit Hemmungen verbunden. Je sichtbarer die Plaques sind, desto unsicherer und hilfloser können Patienten mit Psoriasis werden.5 Sie können sich isoliert und stigmatisiert fühlen und sozial zurückziehen.6
Bei Kopfhaut- und Nagel-Psoriasis bewies der IL-17A-Inhibitor Ixekizumab im UN-COVER-Studienprogramm eine gute und schnelle Wirksamkeit: Sieben von zehn Patienten erreichten nach zwölf Wochen Behandlung eine vollständige Erscheinungsfreiheit ihrer Kopfhaut.2,I Nach 60 Wochen konnte bei rund fünf von zehn Patienten unter Ixekizumab eine Erscheinungsfreiheit der Nägel festgestellt werden. Die mittlere Verbesserung der Nagel-Psoriasis betrug nach einem Jahr 86 Prozent.3,II
Auch in der Praxis können die guten Ansprechraten beobachtet werden. Dr. Manuel Wilhelm, niedergelassener Dermatologe aus Landeck, stellt den Fall eines Patienten mit Kopfhaut- und Nagelbeteiligung vor, bei dem sich nach der Umstellung auf Taltz® eine schnelle Verbesserung zeigte.

I Bei Patienten mit Kopfhaut-Psoriasis zu Studienbeginn (PSSI > 0)
II Bei Patienten mit signifikanter Nagel-Psoriasis zu Studienbeginn (NAPSI ≥ 16 und ≥ 4 betroffene Fingernägel)

 

Behandlungserfolg mit Taltz® bei Patienten mit starker Kopfhaut-Beteiligung

Kasuistik: Dr. Manuel Wilhelm, Landeck

Patientengeschichte und bisherige Therapie


In 2014 stellten wir bei dem Patienten eine leichte Form der Plaque-Psoriasis fest, die wir zunächst mit Lokaltherapeutika und UVB 311 behandelten. Der Hautzustand verschlechterte sich im Laufe der Zeit. Unter der anschließenden Therapie mit Fumarsäureester zeigte sich nach einem Jahr ein Wirkverlust. Aufgrund von gastrointestinalen Nebenwirkungen war eine weitere Auftitrierung allerdings nicht mehr möglich.

Ab April 2015 erhielt der Patient eine Behandlung mit Methotrexat 15mg/Woche, doch wegen steigender Leberwerte musste auch diese Therapie wieder beendet werden. Nach einer kurzzeitigen erneuten Lokaltherapie wurde der Patient auf Adalimumab eingestellt, da sich die Psoriasis wieder verschlechtert hatte. Nach einem anfangs guten Ansprechen kam es zunehmend zu einem Wirkverlust (Abb. 1). Der Patient wünschte hiernach erst einmal keine weitere Systemtherapie.

Einschränkungen im Alltag
Durch seine Psoriasis fühlte sich der Patient im Alltag sehr belastet, insbesondere, weil die Kopfhaut-Schuppung stark sichtbar war. Seine Erkrankung belastete sein soziales Leben in vielen Bereichen, auch die Suche nach einer neuen Partnerschaft. Als Vertriebsmitarbeiter war der Patient im Außendienst tätig und kam somit häufig in Kontakt mit Kunden. Durch die Kopfhaut-Psoriasis fühlte er sich unwohl und war im Umgang mit anderen Menschen gehemmt. Zudem litt er auch unter einem ausgeprägten Juckreiz. Eine Depression oder depressive Verstimmungen konnten nicht beobachtet werden.

Im März 2017 kam der Patient wieder zu uns in die Praxis. Er hatte sich bereits vorab über neue Behandlungsmöglichkeiten informiert. Gemeinsam entschieden wir uns dann für die Einstellung auf den IL-17A-Inhibitor Ixekizumab. Der junge Mann erhoffte sich, wieder ein möglichst normales und unbeschwertes Leben ohne Einschränkungen führen zu können – vor allem auch mit Blick auf die Partnersuche.

Therapieverlauf nach Einstellung auf Ixekizumab
Zwei Wochen nach der Initialdosis von 2 x 80 mg Ixekizumab war der PASI bereits von 24 auf 16 gesunken. Der Patient war sehr überrascht über die schnelle Wirkung des IL-17A-Inhibitors. Nach acht Wochen zeigte sich eine deutliche Verbesserung des Hautbildes (Abb. 2), nach zwölf Wochen reduzierte sich der PASI auf 2. Seit September 2017 ist der Patient erscheinungsfrei, PASI und DLQI liegen bei 0. Auch Juckreiz verspürt er nicht mehr und er fühlt sich wieder wohl in seiner Haut: Der junge Mann hat mittlerweile eine neue Lebenspartnerin gefunden und ist glücklich, dass er weder beruflich noch privat durch seine Psoriasis eingeschränkt ist. Bis auf anfängliche, schwache Reaktionen an der Injektionsstelle zeigte der Patient keine Nebenwirkungen. Bei dem Patienten zeigt sich bis dato eine anhaltende Wirkung bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit.

Fazit Dr. Manuel Wilhelm

Bei diesem Patienten zeigte Taltz® eine schnelle und effektive Wirksamkeit – auch bei der Kopfhaut-Psoriasis, die ihn besonders im Alltag belastet hat. Sowohl er als auch ich hatten nicht mit einer so raschen Verbesserung gerechnet. Unsere Erwartungen an die Therapie mit dem Biologikum haben sich bestätigt – im Hinblick auf das überzeugende und rasche Ansprechen sowie die gute Verträglichkeit. Die Nebenwirkungen waren schwach ausgeprägt und für den Patienten gut tolerierbar. Dass er nun erscheinungsfrei ist und beruflich wie privat ein unbeschwertes Leben führen kann, freut auch mich als behandelnden Arzt sehr.

 

„Eine schnelle Verbesserung der Haut ist auch für mich als Arzt ein toller Erfolg.“

Dr. Christian Kranl, niedergelassener Dermatologe aus Schwaz, kann die gute und rasche Wirksamkeit von Ixekizumab – auch bei speziellen Lokalisationen – ebenfalls bestätigen: Im Interview berichtet er von einem jungen Sozialbetreuer in der Altenarbeit mit Kopfhaut-Psoriasis, für den eine schnelle Verbesserung des Hautzustandes besonders wichtig war, und davon wie die Erscheinungsfreiheit seinen Alltag veränderte. 

 

Herr Dr. Kranl, Taltz® ist nun seit rund anderthalb Jahren in Österreich auf dem Markt. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem IL-17A-Inhibitor gemacht?

Ich habe bereits einige Patienten auf Taltz® eingestellt, viele davon wurden vorher bereits mit Biologika behandelt. Die Patienten in meiner Praxis sind unter der Behandlung mit dem IL-17A-Inhibitor erscheinungsfrei geworden, mit einem PASI-Ansprechen zwischen 90 oder 100. Sie sind allesamt sehr zufrieden mit der schnellen und starken Wirksamkeit. Ihr Hautzustand hat sich deutlich gebessert.

Was zeichnet das Biologikum Ihrer Meinung nach aus?

Das schnelle Ansprechen und die damit verbundene rasche Verbesserung des Hautbilds sowie der Lebensqualität der Patienten. Man sieht in den meisten Fällen wirklich einen überragenden Therapieerfolg.

Ist Ihnen einer der Patienten besonders in Erinnerung geblieben?

Ja, ein 27-jähriger Mann mit Plaque-Psoriasis seit 2009, der einen ausgesprochen starken Befall an der Kopfhaut, aber auch am restlichen Körper hatte. Die Familienanamnese ist positiv, sowohl sein Vater als auch seine Tante haben Schuppenflechte. Er hat keine Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Depressionen, litt allerdings an einem quälenden Juckreiz. Sein PASI lag vor der Therapie mit Ixekizumab bei 15 und der DLQI bei etwa 17. Nach einer nicht erfolgreichen Lokaltherapie wurde er zwei Jahre mit Fumarsäureester behandelt. Aufgrund von Veränderungen im Blutbild musste die Therapie aber umgestellt werden. Nachdem Behandlungsversuche mit PUVA-Lichttherapie und Apremilast nicht den gewünschten Erfolg brachten und der Patient dadurch niedergeschlagen war, entschieden wir uns gemeinsam für Ixekizumab, da das Biologikum in den Studien ein schnelles Ansprechen gezeigt hatte. Dass die Studienteilnehmer schon nach etwa einem Monat eine sehr gute Wirksamkeit erzielten1, hat ihn motiviert. Er war nach eigenen Recherchen und durch seine Erfahrungen von sehr langen Anlaufzeiten für die Therapie ausgegangen.

Warum war es für den Patienten wichtig, dass die Therapie schnell anschlägt?

Innerhalb von zwei Monaten stand für ihn ein großer Termin an: seine Hochzeit. Er wünschte sich, bis dahin ein deutlich besseres Hautbild zu haben. Und es hat funktioniert: Im Dezember 2016 begann er seine Therapie mit Ixekizumab und im Januar 2017, innerhalb eines Monats, war er komplett erscheinungsfrei.

Wie sehr hat die Psoriasis sein Leben eingeschränkt?

Sein größtes Problem war die Kopfhaut, da er dort sehr stark ausgeprägte Plaques hatte, die bis zum Nacken reichten. Er erzählte mir, dass die Hauterkrankung in seinem Beruf in der Altenarbeit zwar kein allzu großes Hindernis darstellte, ihn dafür aber im privaten und familiären Alltag umso mehr einschränkte. Da ihm die schweren Schuppen vom Kopf rieselten, musste er sich häufig den Kopf waschen und die Kleidung wechseln. Er hatte immer einen Hand-Staubsauger griffbereit und ein Bettlaken über die Couch gespannt.

Wie verlief die Therapieumstellung auf Taltz®?

Der Patient berichtete, dass sein Jucken schon wenige Tage nach der Initialdosis von 2 x 80 mg Ixekizumab besser wurde. Auch sein Körpergefühl veränderte sich – er spürte, dass die Plaques weniger wurden. Viele Patienten bemerken diese Veränderung des Körpergefühls. Nach einem Monat war der Patient völlig erscheinungsfrei, er hatte also eine PASI-Antwort von 100. Bis auf eine sehr kleine Stelle am Knie, die etwa einen halben Quadratzentimeter groß ist und eine leichte Schuppung zeigt, wurde dieses Ansprechen bis heute aufrechterhalten. Auch der DLQI reduzierte sich auf 0. Er fühlt sich nun überhaupt nicht mehr beeinträchtigt. Ein halbes bis dreiviertel Jahr nach Therapiebeginn existierte die Psoriasis in seinem Kopf nicht mehr. Er sagte, er wisse mittlerweile nicht mehr, wo sein Hand-Sauger überhaupt ist. Sein Privatleben hat sich zur gleichen Zeit verändert. Er hat geheiratet, seine Frau und er erwarten ihr erstes Kind. Im Sommer ist er mit seiner Frau zum ersten Mal nach drei Jahren wieder in den Urlaub nach Italien gefahren, wo er sich ohne Scham in Badehose zeigen konnte. Darüber war er sehr glücklich. Insgesamt spricht er davon, dass er nun eine sehr gute Lebensqualität genießen kann.

Gab es Hürden bezüglich der Erstattung?

Da hier ein schwerer Fall von Plaque-Psoriasis mit Zustand nach Fumaderm, Apremilast und Lichttherapie vorlag, ist die Erstattung problemlos erfolgt. Für mich war es auch einmal interessant, dass der Patient nicht von einer Therapie mit Adalimumab umgestellt worden ist – das ist bei vielen meiner Psoriasis-Patienten der Fall.

Wie lautet Ihr Fazit zu diesem Fallbericht und Ihren Erfahrungen mit Ixekizumab?

Es ist auch für mich als Arzt ein toller Erfolg, wenn der Patient eine schnelle Verbesserung seines Hautzustandes erfährt. Denn so habe ich einen zufriedenen Patienten, der sofort sieht, dass die Therapie funktioniert. Dies hat den Patienten natürlich auch motiviert, die Therapie fortzuführen. Für diesen jungen Patienten war die starke Wirksamkeit an der Kopfhaut besonders wichtig. Alles in allem steht mit Taltz® eine überzeugende und schnell wirksame Therapie zur Verfügung, die die Lebensqualität von sehr vielen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis deutlich verbessern kann.

 

Über Taltz®

Der IL-17A-Inhibitor Ixekizumab (Handelsname Taltz®) ist seit dem 1. Januar 2017 in der dunkelgelben Box (RE1) des Erstattungskodex (EKO) enthalten und damit erstattungsfähig. Der humanisierte monoklonale Antikörper ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen.7 Ixekizumab hat eine Erstlinien-Zulassung erhalten und kann somit als erste Systemtherapie eingesetzt werden.7 Der IL-17A-Inhibitor wurde speziell mit einer hohen Spezifität und Bindungsaffinität für sein Ziel IL-17A, ein Schlüsselzytokin im Entzündungsprozess der Plaque-Psoriasis8,9, entwickelt.7

Hohes Maß an Erscheinungsfreiheit
Im Zulassungsstudienprogramm UNCOVER erreichten Patienten unter der Therapie mit dem IL-17A-Inhibitor in der Induktionsphase über zwölf Wochen ein hohes Maß an Erscheinungsfreiheit.1,III Das hohe PASI-Ansprechen hielt auch langanhaltend über 108 Wochen an: In der Studie UNCOVER-3 zeigten 84 Prozent der Studienteilnehmer ein PASI 75-Ansprechen, 70 Prozent erreichten eine PASI 90- und 49 Prozent eine PASI 100-Reduktion.10,IV

Gute Verträglichkeit über etwa 12.000 Patientenjahre bestätigt
Die Wirkung von Ixekizumab setzte schnell ein7 – bei einer im Allgemeinen guten Verträglichkeit. Die häufigsten Nebenwirkungen in den Studien waren Reaktionen an der Injektionsstelle, die in der Regel nicht zu einem Absetzen der Behandlung führten, und Infektionen der oberen Atemwege (am häufigsten Nasopharyngitis).7
Neue Verträglichkeitsdaten aus einer integrierten Analyse aus elf Psoriasis-Studien mit knapp 5.700 Patienten und etwa 12.000 Patientenjahren belegt, dass Ixekizumab auch in einem längeren Zeitraum von über fünf Jahren gut verträglich ist.11 Es traten keine Nebenwirkungen auf, die nicht auch schon aus den Zulassungsstudien bekannt waren.11 Dies bestätigen auch die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen.12

Einfaches Dosierungsschema
Das Dosierungsschema ist einfach: Die Initialdosis beträgt zweimal 80 mg. Danach wird Taltz® (80 mg) zwölf Wochen lang alle zwei Wochen verabreicht. Nach den ersten zwölf Wochen wird der IL-17A-Inhibitor einmal alle vier Wochen gegeben. Angewendet wird das Biologikum mit einem patientenfreundlichen Fertigpen oder einer Fertigspritze.7

III PASI 75: 90 %; PASI 90: 71 %; PASI 100: 40 % (UNCOVER-2), NRI (Non-Responder Imputation)
IV LOCF (Last Observation Carried Forward)

 

Literatur

1 Griffiths CEM et al. Lancet 2015; 386(9993): 541-551
2 Reich K et al. J Dermatol Treat 2017; 28(4): 282-287
3 Dennehy EB et al. J Drugs Dermatol. 2016; 15(8): 958-961
4 Crowley J. J Drugs Dermatol 2010; 9: 912-918
5 Armstrong AW, et al. PLoS One 2012; 7(12): e52935
6 Bundy C et al. Br J Dermatol 2014; 171(4): 825-831
7 Taltz® Fachinformation. Stand Oktober 2016
8 Kim J, Krueger JG. Dermatol Clin 2015; 33(1): 13-23
9 Di Cesare A et al. J Invest Dermatol 2009;129: 1339-1350
10 Blauvelt A et al. J Am Acad Dermatol 2017; doi:10.1016/j.jaad.2017.04.445 [Epub ahead of print]
11 Langley et al. [Oral Presentation]. EADV, Genf, 13.-17. September 2017; #2157
12 Strober B et al. J Am Acad Dermatol 2017; 76: 432-440.e17

 

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