Dermatology News Volume 12 - Issue 12, November 2017

Systemische Erstlinientherapie mit dem IL-17A-Inhibitor Ixekizumab Back

Rasche Erscheinungsfreiheit bei jungem Patienten mit schwer ausgeprägter Plaque-Psoriasis

Die Psoriasis stellt eine komplexe chronisch-entzündliche Erkrankung dar, die das Leben der betroffenen Patienten in vielfältiger Weise beeinträchtigen kann. Neben den kutanen Manifestationen und den oftmals vorliegenden Begleiterkrankungen (z. B. metabolisches Syndrom) stellen für viele Patienten vor allem die Beeinträchtigung der Lebensqualität und das Jucken eine gravierende Belastung dar.1 Patienten äußern in Bezug auf ihre Psoriasis- Behandlung am häufigsten das Bedürfnis, eine schnelle Verbesserung des Hautbilds zu erfahren und von allen Hautveränderungen befreit zu sein.2 Mit zunehmender Verbesserung des Hautbilds steigt die Lebensqualität, was Menschen mit Psoriasis wieder ein normaleres Leben ermöglicht.1 Effiziente und rasch wirksame Therapien sind daher für die Behandlung der Psoriasis von großer Bedeutung.

Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Weger, Graz

Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Weger, Graz

Kein Behandlungserfolg mit topischen Therapien

Der 20-jährige Patient stellte sich in unserer Ambulanz wegen einer ausgeprägten (PASI > 22), seit dem 13. Lebensjahr bestehenden Psoriasis vom chronisch- stationären Plaque-Typ vor. Aufgrund des Hautbildes hatte der Patient begonnen, sich zurückzuziehen und soziale Kontakte sowie Freizeitaktivitäten stark einzuschränken. Die bisherige Behandlung umfasste topische Therapien (mit Cortison und Vitamin-D-Analoga) sowie eine Therapie mit Prednisolon, die im niedergelassenen Bereich durchgeführt worden war. Der Patient war übergewichtig (BMI 31 kg/ m²) und rauchte 20 Zigaretten pro Tag. Außer der Adipositas und dem Nikotinabusus bestanden keine weiteren Grunderkrankungen. Darüber hinaus klagte der Patient über ein starkes Jucken (NRS 9) und eine eingeschränkte Lebensqualität (DLQI 9). Die klinische Untersuchung zeigte ausgeprägte, teilweise konfluierende erythematosquamöse Plaques am Stamm, den Extremitäten sowie im Bereich des Capillitiums (PASI 22,2), die Nägel zeigten Pittings (NAPSI 9). Die erhobenen Laborwerte (Blutbild, Differentialblutbild, Leber- und Nierenparameter) waren im Normbereich, die Hepatitisserologie (B und C), der Quantiferontest und HIV-Test waren negativ.

Schnelle Besserung des Hautbilds nach Einleitung der Therapie mit Ixekizumab
Aufgrund der ausgeprägten Plaque-Psoriasis, des starken Juckreizes und der eingeschränkten Lebensqualität wurde eine systemische Erstlinientherapie mit dem IL-17A-Inhibitor Ixekizumab in der zugelassenen Standarddosierung (Initialdosis Ixekizumab 160 mg s.c., dann Ixekizumab 80 mg s.c. jede 2. Woche für die ersten 12 Wochen und ab Woche 12 einmal alle 4 Wochen s.c.) eingeleitet. Bereits nach zwei Wochen zeigte sich eine sehr schnelle Reduktion des PASI von 22,2 auf 4,7, was einem 75-prozentigen PASI-Ansprechen gleichkommt. Zudem gab der Patient an, dass sein Jucken komplett verschwunden war. Im Laufe der folgenden Wochen verbesserte sich das Hautbild kontinuierlich weiter: Nach 12 Wochen stellten wir eine nahezu vollständige Erscheinungsfreiheit des Patienten (PASI 0,4) fest. Der NAPSI zeigte sich mit 2 Punkten auch gegenüber dem Einstellungsbefund deutlich verbessert. Der Juckreiz war völlig verschwunden und auch die Lebensqualität hatte sich im Verlauf der Therapie gebessert (DLQI 2). Nach 24 Wochen erreichte der Patient mithilfe seiner Therapie eine völlige Erscheinungsfreiheit der Haut: Der PASI betrug 0 und der NAPSI lag bei 2 Punkten. Daraus folgernd verbesserte sich die Lebensqualität des Patienten zusätzlich (DLQI 1). Außer einem milden respiratorischen Infekt in Woche 6 wurden keine weiteren Nebenwirkungen im Laufe der Therapie beobachtet. Der Patient war aufgrund des exzellenten Ansprechens der Therapie überglücklich und hatte begonnen, sein Sozialleben und seine Freizeitaktivitäten Radfahren und Schwimmen wieder aufzunehmen.

 

Fazit für die Praxis
Neben der raschen Reduktion des PASI innerhalb der ersten zwei Wochen (Erreichen eines PASI 75) und dem Erreichen eines PASI 90 innerhalb von 12 Wochen, ist besonders die innerhalb von zwei Wochen erfolgte vollständige Reduktion des für den Patienten sehr quälenden Juckens ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Diese Ergebnisse bestätigen im klinischen Alltag die Resultate der UNCOVERStudien.3,‡ Auch nach 24 Wochen konnte das in den klinischen Studien gezeigte gute Ansprechen bei dem Patienten erreicht werden.5,6 Selbst bei der oftmals schwer zu behandelnden Nagelpsoriasis zeigte sich bereits innerhalb der ersten drei Monate ein sehr gutes Ansprechen auf die Therapie mit dem IL-17A-Inhibitor.

Weger: „Der Patient zeigte unter der Therapie mit Ixekizumab ein sehr schnelles und wirksames Ansprechen, was in seinem jungen Alter von hoher Bedeutung ist.“

___

In den Studien kam es nach zwei Wochen zu einer Verbesserung des Hautbefunds mit einer durchschnittlichen PASI-Reduktion von rund 50 %.4

 

Literatur

1 Dowlatshahi EA et al. J Invest Dermatol 2014; 134(6): 1542-1551
2 World Health Organization. Global report on Psoriasis 2016; online publiziert unter: http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/204417/1/9789241565189_eng.pdf
3 Leonardi C et al [Poster]. AAD, Washington, 04.-08. Marz 2016; Poster 3100
4 Taltz® Fachinformation. Stand Oktober 2016
5 Gordon KB et al. N Engl J Med 2016; 375(4): 345-356
6 Reich K et al. Br J Dermatol 2017; doi: 10.1111/bjd.15666 [Epub ahead of print]

Kurzfachinformation / Pflichttext