Dermatology News Volume 12 - Issue 11, October 2017

IL-17A-Inhibitor Ixekizumab bei Plaque-Psoriasis Back

Ixekizumab bietet überlegene und starke Wirksamkeit im Vergleich zu Ustekinumab

Bei der diesjährigen AAD-Jahrestagung in Orlando wurden neue Studiendaten zum Interleukin(IL)-17A-Inhibitor Ixekizumab (Handelsname Taltz®) von Lilly zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis vorgestellt. Diese zeigen eine überlegene Wirksamkeit im Vergleich zum IL-12/23-Inhibitor Ustekinumab (Stelara®) über einen Zeitraum von 24 Wochen.

Plaque-Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit einer weltweiten Prävalenzrate von 2 bis 3 %.1,2 In Österreich sind demnach ca. 250.000 Menschen betroffen.3 Die Schwere der Erkrankung, die Größe der psoriatischen Plaques und die Lokalisation und Sichtbarkeit haben einen Einfluss auf die Lebensqualität von Menschen mit Schuppenflechte.4,5 Eine Datenanalyse zur Auswirkung der Therapie mit Biologika auf die Lebensqualität von Psoriasis-Patienten zeigt, dass mit zunehmender Verbesserung des Hautbilds die Lebensqualität steigt.

Prof. Dr. Kristian Reich

Prof. Dr. Kristian Reich

Wirksame Therapie verbessert Lebensqualität
Bei Plaque-Psoriasis führt eine stark wirksame Therapie, mit der eine mehr als 75 %-ige Verbesserung des PASI möglich ist, zu einer besseren Lebensqualität als solche mit einer lediglich 50- bis 75 %-igen Verbesserung.6 Zudem ist der Effekt auf die Lebensqualität bei einer erscheinungsfreien Haut (PASI 100) größer als bei einer PASI 90-Verbesserung.6 Die Behandlung mit neueren Biologika, wie beispielsweise IL-17A-Inhibitoren, kann einem wesentlichen Teil der Patienten zu einer nahezu (PASI 90) oder erscheinungsfreien Haut verhelfen.1,7 Ixekizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque- Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen. Der IL-17A-Inhibitor wurde speziell mit einer hohen Spezifität und Bindungsaffinität für sein Ziel IL-17A, ein Schlüsselzytokin im Entzündungsprozess der Plaque- Psoriasis, entwickelt.8,9 „Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis wünschen sich eine weitgehend erscheinungsfreie Haut“, betonte Professor Dr. Kristian Reich, Hamburg. „Mit IL-17A-Inhibitoren wie Ixekizumab können im Vergleich zu bisherigen Standardtherapien mehr Patienten eine PASI 90-Antwort oder eine erscheinungsfreie Haut erreichen.“

Bessere Ansprechraten im Vergleich zu Ustekinumab
Im Rahmen der direkten, multizentrischen, randomisierten, verblindeten Phase-III-Vergleichsstudie IXORA-S erhielten Patienten über einen Zeitraum von 52 Wochen entweder Ixekizumab oder Ustekinumab gemäß der jeweils zugelassenen Dosierung. Primärer Endpunkt war das PASI 90-Ansprechen in Woche 12. Die in Orlando vorgestellten Ergebnisse über 24 Wochen zeigten für die mit Ixekizumab behandelten Patienten signifikant höhere Ansprechraten im Vergleich zu Ustekinumab. Ein PASI 90-Ansprechen erreichten 83 % der mit Ixekizumab behandelten Patienten, mit Ustekinumab waren es hingegen 59 %.10 Besonders stark war der Unterschied auch bei denjenigen Patienten, die eine vollständige Abheilung ihrer Hautläsionen erreichten: Mehr als doppelt so viele waren unter der Therapie mit Ixekizumab erscheinungsfrei (PASI 100) im Vergleich zu Ustekinumab (49,3% vs. 23,5%) (p < 0,001).10 „In der direkten Vergleichsstudie gegen Ustekinumab war Ixekizumab an Woche 12 und Woche 24 bezüglich PASI 90 und PASI 100 signifikant überlegen. Der IL-12/23- Inhibitor ist eines der derzeit am häufigsten eingesetzten Biologika bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Neue Therapien müssen sich heute hieran messen lassen“, so Reich.

Abb. 1: IXORA-S-Studie: Ixekizumab war gegenüber Ustekinumab überlegen (Daten über 24 Wochen)

Abb. 1: IXORA-S-Studie: Ixekizumab war gegenüber Ustekinumab überlegen (Daten über 24 Wochen)10

 

Ixekizumab: Schnell und langanhaltend wirksam
Die Wirkung von Ixekizumab setzte schnell ein: Bereits in Woche 4 war der Unterschied im PASI 90-Ansprechen zu Ustekinumab statistisch signifikant (p < 0,001).10 Neueste Daten der UNCOVER-3-Studie zeigen das langanhaltend hohe PASI-Ansprechen über 108 Wochen: Etwa 84 % der Patienten erzielten mit Ixekizumab 80 mg alle vier Wochen eine PASI 75-Reduktion, etwa 70 % eine PASI 90-Reduktion (nahezu erscheinungsfreie Haut) und rund 49 % der Patienten erreichten eine PASI 100-Reduktion.11, i

Linderung von Juckreiz und signifikante Verbesserung der Lebensqualität
In einer Umfrage unter Menschen mit Psoriasis und Psoriasis- Arthritis, dem „Multinational Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis-Survey (MAPP)“, an dem 3.426 Patienten und 781 Ärzte aus Nordamerika und Europa teilnahmen, gaben 43 % der Betroffenen an, Juckreiz sei das Symptom der Erkrankung, das sie am meisten belasten würde. Der Juckreiz hatte den stärksten Einfluss darauf, wie schwerwiegend die Patienten ihre Erkrankung empfanden, er stand noch vor den psoriatischen Läsionen.12 Unter der Behandlung mit Ixekizumab verbesserte sich der Juckreiz nach 24 Wochen signifikant im Vergleich zu Ustekinumab.10 Mehr als 85 % der Patienten erreichten eine Verbesserung um 4 Punkte laut numerischer Rating-Skala (Itch Numeric Rating Scale, NRS). Bei Ustekinumab waren es im selben Zeitraum 72 %.10 Außerdem verbesserte sich auch die Lebensqualität signifikant gegenüber Ustekinumab bis Woche 24. Bereits nach zwei Wochen erreichten 30 % der Patienten unter Ixekizumab einen DLQI 0/1, d. h., sie waren durch ihre Psoriasis nicht mehr in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Nach 24 Wochen erreichten mehr als 66 % der Patienten einen DLQI 0/1. Bei Ustekinumab waren es im selben Zeitraum 53 %.10

Wirksam auch bei Kopfhaut-Beteiligung
Obwohl der Kopf nur 10 % der Körperoberfläche ausmacht, sind die psychischen Auswirkungen einer Kopfhaut-Psoriasis für die Patienten erheblich.13 Ixekizumab ist als systemische Therapie auch bei Kopfhaut-Psoriasis wirksam: In der UNCOVER-3-Studie (vs. Etanercept) litten 90 % der Patienten auch unter einem Befall der Kopfhaut.14 83 % der mit Ixekizumab behandelten Patienten erzielten innerhalb von 12 Wochen eine 90 %-ige Verbesserung im Psoriasis Scalp Severity Index (PSSI). Diese hohen Ansprechraten hielten auch in der Erhaltungsphase an: 80 % der kontinuierlich mit Ixekizumab behandelten Patienten erreichten nach 60 Wochen ein PSSI 90-Ansprechen, mehr als 75 % ein PSSI 100-Ansprechen.14

Gutes Verträglichkeitsprofil
Taltz® zeigte in den klinischen Studien eine vergleichbare Verträglichkeit im Vergleich zu Etanercept und Ustekinumab.10,15 Die häufigsten Nebenwirkungen von Ixekizumab waren Reaktionen an der Injektionsstelle, die in der Regel mild bis moderat waren und nicht zu einem Absetzen der Behandlung führten, sowie Infektionen der oberen Atemwege (am häufigsten Nasopharyngitis).8

Verfügbarkeit in Österreich
In Österreich ist Ixekizumab seit dem 01. Januar 2017 in der dunkelgelben Box (RE1) des Erstattungskodex (EKO) enthalten.

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i Die Patienten, die nach Woche 60 mit der nicht-zugelassenen Dosierung von Ixekizumab 80 mg alle zwei Wochen weiterbehandelt wurden, wurden in die Auswertung nicht eingeschlossen. Die zugelassene Dosierung in der Erhaltungsphase beträgt Ixekizumab 80 mg alle vier Wochen.   

Literatur

1 Griffiths CEM et al. Lancet 2015; 386 (9993): 541-551
2 Perera GK, Di Meglio P, Nestle FO. Psoriasis. Annu Rev Pathol 2012;7:
385-422
3 https://www.gesundheit.gv.at, Stand 12.05.2017
4 Sojević TZ et al. J Dermatol 2013; 40: 797-804
5 Dowlatshahi EA et al. J Invest Dermatol 2014; 134(6): 1542-1551
6 Mattei PL et al. JEADV 2014; 28(3): 333-337
7 Cosentyx® Fachinformation. Stand März 2017
8 Fachinformation Taltz®. Stand Oktober 2016
9 Liu L et al. J Inflamm Res 2016; 9: 39-50
10 Reich K et al. Br J Dermatol 2017, doi: 10.1111/bjd.15666 [Epub ahead of print]
11 Peñas PF et al [Poster]. SID, Portland, Oregon 26.-29. April 2017; Poster 337
12 Lebwohl MG et al. JAAD 2014; 70: 871-881
13 Crowley J. J Drugs Dermatol 2010; 9: 912–918
14 Reich K et al. J Dermatol Treat 2016: 1–6 [Epub ahead of print]
15 Strober B et al. J Am Acad Dermatol. 2017; 76(3): 432-440.e17

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